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Wie sich die Kopfschmerzen anfühlen, vermag
ein Kind nicht genau zu sagen. Eine Diagnose ist daher nicht
immer leicht. Wie kann den kleinen Patienten geholfen werden? |
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Schon im Alter von zwei oder drei Jahren klagen Kinder
über Kopfweh. Im Schulalter sind diese Beschwerden
das häufigste Krankheitsproblem. Etwa zehn Prozent
aller Grundschüler leiden unter bedeutsamen Schmerzen
und gelten als behandlungswürdig. Bei Kindern über
zehn Jahre steigt ihr Anteil auf 15 Prozent.
Die Ursachen der Kopfschmerzen sind sehr verschieden. Eine
große Rolle spielen Überlastung und Stress, zum
Beispiel in der Schule, aber auch durch eigenen Ehrgeiz.
Daneben sind Reizüberflutung, zu wenig Bewegung und
eine einseitige Ernährung mögliche Auslöser.
In manchen Fällen sind orthopädische Probleme
Schuld: Kieferfehlstellungen, unterschiedliche Beinlängen
oder Haltungsschäden. Auch organische Krankheiten wie
Kreislaufstörungen, Sehfehler oder chronische Entzündungen
der Nasennebenhöhlen können Gründe sein.
Die häufigsten Typen sind Spannungskopfschmerz und
Migräne. Bei etwa 60 Prozent der betroffenen Kinder
sind körperliche Verspannungen sowie beidseitiger,
drückender oder ziehender Schmerz festzustellen. Die
Beschwerden treten episodisch auf und dauern eine halbe
Stunde bis zu mehreren Tagen. 12 Prozent der betroffenen
Schulkinder zeigen Migräne-Anzeichen. Die Attacken
ziehen sich über einige Stunden hin bis zu zwei Tagen.
Der Schmerz ist einseitig, pulsierend und tritt oft zusammen
mit Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit
auf, Anders als bei Spannungskopfschmerzen wird er durch
körperliche Aktivität verstärkt. |
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Besser als Medikamente: Entspannung
In der Kopfschmerztherapie hat sich eine Kombination verschiedener
Verfahren für jeden individuellen Fall bewährt.
Bevorzugt werden Methoden, die weitgehend auf Medikamente
verzichten - es sei denn, ein Kind leidet unter schwerer
Migräne. Tabletten lindern zwar für einige Zeit
die akuten Schmerzen, doch irgendwann meldet sich der Schmerz
zurück.
Besser ist es, wenn Kinder und mit ihnen die Eltern versuchen,
Ursachen und Schmerzen durch veränderte Lebensgewohnheiten
zu bewältigen. Erfolgreich sind Entspannungstechniken
wie Autogenes Training und vor allem die Progressive Muskelentspannung
nach Jacobson. Dabei werden nach dem Prinzip "Entspannung
nach vorheriger Anspannung" systematisch verschiedene Muskelgruppen
gelockert. Eltern sollten ihre Kinder ermutigen, diese Techniken
zu lernen. Im Alltag und in Stresssituationen können
sie sich damit bewusst entspannen. Kleinere Kinder wenden
die Übungen gemeinsam mit den Eltern an.
Auch eine Ernährungsumstellung ist in zwei Dritteln
der Fälle hilfreich - wenngleich es keine Diät
gegen Kopfschmerzen gibt. Wahrscheinlich fördern Inhaltsstoffe
wie Milchzucker, Farb-und Konservierungsstoffe die Beschwerden.
So vertragen überdurchschnittlich viele Kopfschmerzkinder,
etwa 30 Prozent, keinen Milchzucker. Vor allem Milch und
Kakao sind daher ungeeignet. Quark ist darüber hinaus
mit den Molken-(Fremd-)eiweißen der Kuh überfrachtet.
Erlaubt sind gesäuerte Produkte wie Buttermilch, Joghurt,
Kefir, Sauerrahm und Frischkäse, in denen der Milchzucker
zu Milchsäure vergoren ist. Zucker und Süßigkeiten
sollten Kopfschmerzkinder wenig essen. Sie bewirken starke
Blutzuckerschwankungen, die Kopfschmerzen auslösen
können. Vermeiden sollten sie Fertignahrungsmittel
mit vielen künstlichen Zutaten. Besser sind Vollwertprodukte,
Obst, Gemüse und selbst zubereitete Lebensmittel. Dann
kann das Kind mit Hilfe eines Ernährungsplans gezielt
essen und darf auch einmal "verbotene" Speisen naschen.
Bewährte Hausmittel:
- Kalte oder feucht-heiße Kompressen sowie Eismasken
aus der Apotheke auf Stirn und Nacken legen.
- Arm- und Fußbäder, Bewegung an der frischen
Luft oder Schlafen in einem abgedunkelten Raum.
- Pfefferminzöl mit Menthol alle 15 Minuten zwei-
bis drei Mal sanft auf Nacken und Schläfen auftragen.
Dr. Raymund Pothmann Leiter des Sozialpädiatrischen
Zentrums (SPZ) am Evangelischen Krankenhaus Oberhausen
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WeitereInformationen:
Migräne Liga e.V.
Tel: 06144/ 2211 www.migraeneliga.de
Deutsche Migräne- und Kopfschmerzengeselschaft
Tel: 07682/ 805-333 www.dmkg.org
Bundesverband Deutsche Schmerzhilfe e.V.
Tel: 04142/ 81 04 34 .
QUELLE: Zeitschrift Kind & Gesunheit 3/2001 |
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